Reporter ohne Grenzen

 

Der Pressefreiheit auf der ganzen Welt hat sich die Organisation Reporter ohne Grenzen verschrieben. Dies bedeutet, dass sie sich gegen eine staatliche Reglementierung der Presse - also die Zensur - einsetzt und sich auch für Journalisten engagiert, die sich gegen öffentliche Repressalien gewehrt haben und deshalb beispielsweise im Gefängnis sitzen oder anderen Formen von Druck ausgesetzt sind. Das Fundament der Reporter ohne Grenzen ist der Artikel 19 der internationalen Menschenrechtserklärung, der besagt, dass jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung hat. Was auch beinhaltet, dass er seine Meinung nicht nur frei und ungehindert äußern kann, sondern auch freien und ungehinderten Zugang zu durch die Medien vermittelten Informationen und Ideen hat.

Um weltweit agieren zu können, hat die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) nicht nur ihren Hauptsitz in Paris, sondern besteht weiterhin aus insgesamt neun Länderbüros in Europa, sowie fünf weiteren in Nordamerika und Asien. Die Organisation arbeitet ebenfalls mit einem Netzwerk aus 130 Korrespondenten und kooperiert mit 14 weiteren internationalen Organisationen. Finanziert wird die Arbeit der ROG aus Einnahmen durch Verkäufe und Auktionen, Sponsorengelder, öffentlicher Förderung sowie Spenden und den Zahlungen der Mitglieder. Unter anderem besteht die Arbeit der Reporter ohne Grenzen auch darin, Journalisten, die sich um die Pressefreiheit besonders verdient gemacht haben, auszuzeichnen und zu prämieren. Im Jahr 2008 erhielten beispielsweise der Kubaner Ricardo Gonzáles Alfonso und zwei aus Myanmar stammende Blogger, Zarganar und Nay Phone Latt, den Menschenrechtspreis der Organisation.

Nicht immer wird die Arbeit von ROG kritiklos angenommen. So wurde der Organisation im Jahr 2003 ihre Beraterfunktion bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen entzogen, weil der Wirtschafts- und Sozialrat der UN zu der Auffassung kam, dass die Kritik der ROG an der libyschen Präsidentschaft der UN-Menschenrechtskommission unrechtmäßig sei. Scharfer Wind weht ROG von ihren Kritikern auch dann entgegen, wenn wieder laut wird, dass nur diejenigen Journalisten als diskriminiert bezeichnet werden, die in den Ländern leben, die auf einer entsprechenden Liste des US-State Department verzeichnet sind. Verbündete Länder der USA hingegen würden ausgespart, wie etwa Saudi-Arabien oder die Philippinen, obwohl es auch hier eine Zensur der Journalisten gäbe. Laut ROG waren 2006 mehr als achtzig Journalisten getötet und 56 entführt worden. Ein Jahr später, so die ROG, seien mehr als anderthalbtausend Journalisten weltweit inhaftiert.