Journalistik
Nach ihm ist der wohl weltweit begehrteste Journalisten-Preis benannt worden: Joseph Pulitzer. Über seine Profession weiß der Meister zu sagen, dass ein kurzer, klarer und bildhafter Stil der Schlüssel zum Erfolg ist. Für viele Berufseinsteiger ist Journalist immer noch der Traumberuf schlechthin. Aber ohne klare Zielvorstellungen, wie man in den Beruf hereinkommt, welche persönlichen Eigenschaften neben dem Fachwissen man braucht, welche Zugangsvoraussetzungen erforderlich sind und welche Perspektiven man überhaupt hat - sprich ohne gute Vorabrecherche über den konkreten Beruf wird der Traumberuf schnell zum Alptraumjob.
Gut ist, wer informiert ist. Dieses Credo gilt für jeden Journalisten, auch diejenigen, die es erst in spe sind. Gut informieren kann man sich bereits durch eine Tätigkeit als Schülerzeitungsredakteur, ein Schnupperpraktikum bei der Tageszeitung oder später studienbegleitende Praktika und freie Mitarbeit. Schnell wird dann klar: Journalismus ist ein toller Beruf, aber der Job ist auch knallhart und anstrengend. Wer das nicht aushält, sollte überlegen, ob er hier wirklich an der richtigen Stelle ist. Belastbarkeit, schnelles Umdenken und konzentriertes Arbeiten unter Stress und Zeitdruck sind häufig tägliche Begleiter.
Dafür ist aber auch kaum ein Beruf so abwechslungsreich. Nirgendwo sonst kommt man mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammen. Gerade noch das Interview mit dem Geschäftsführer über die Probleme des Mittelstandes, dann schrillt das Handy und die Redaktion braucht noch einen Augenzeugenbericht über einen Ehrenamtlichen, der gerade vom Haiti-Katasropheneinsatz zurückgekommen ist. Das ist Zeitungsjournalismus pur. Daneben gibt es aber noch unzählige andere journalistische Betätigungsfelder, und immer öfter werden sie miteinander vermischt.
Das Bild vom investigativen Journalisten, der ethisch und moralisch einwandfrei dasteht und den letzten schmutzigen Wirtschafts- oder Politskandal mit Bravour aufgedeckt hat, rutscht im multimedialen Zeitalter immer mehr in den Hintergrund. Stattdessen nutzen Online-Medien Amateure von nebenan für ihre Berichterstattung. Statt einer festen Anstellung bei ein und demselben Arbeitgeber wird von Experten künftig mit immer mehr freien Journalisten, die für wechselnde Auftraggeber tätig sind, gerechnet. All dieser Tendenzen, Trends und Entwicklungen, die das Tätigkeitsfeld und die künftige Arbeitsweise von Nachwuchsjournalisten in einem immer größeren Ausmaß beeinflussen werden, sollte man sich bewusst sein. Wer dann immer noch sagt: "Traumberuf Journalist" - der ist mit Sicherheit an der richtigen Stelle!